Diese neue und aufregende Art des Sportschießens hatte seinen Ursprung in Kalifornien der frühen 50er Jahre. Sie streute in den nächsten Jahren schnell zu anderen Kontinenten einschließlich Europas, Australien, zentrales und Südamerika und Afrika aus. Mittlerweile gehören dieser Dachorganisation über sechzig (!) Länder an, die jedes Jahr mit ihren gewählten Repräsentanten zur General Assembly zusammentreffen. Die “Amtssprache” beim IPSC ist englisch, Sie werden deshalb immer wieder auf englische Fachausdrücke stoßen.

Die drei wesentlichen Elemente dieser Sportart heißen Diligentia, Vis, Celeritas (Genauigkeit, Kraft und Schnelligkeit) weshalb das Motto DVC unter den IPSC-Schützen als Grußformel gilt und im Banner der IPSC geführt wird. Im IPSC-Schießen muß der Schütze die drei oben genannten Komponenten zur bestmöglichen Kombination zusammenführen.

Auf der IPSC Stage

Im Gegensatz zu “klassischen” Schießsportdisziplinen gibt es beim IPSC keine Eintönigkeit. Die Übungen (Stages) unterscheiden sich immer voneinander und dem Einfallsreichtum der Stage-Designer sind fast keine Grenzen gesetzt. Mehrere zusammen stehende Scheiben, bewegliche Scheiben, Stahlziele die bei einem Treffer umfallen, Strafscheiben (Penalty Targets) die bei einem Treffer einen Punktabzug bewirken, Bewegung und eine spezielle Taktik sind die Eigenschaften, die jede Übung zu einem sportlichen Unikat machen, die den Schützen faszinieren und die Zuschauer unterhalten.

Diese Eigenschaften sind es auch, die das IPSC-Schießen zu einer rasant wachsenden Sportart rund um den Erdball gemacht haben. Neben unzähligen, vom Weltverband IPSC sanktionierten großen Wettkämpfen auf der ganzen Welt finden alle drei Jahre kontinentale (Europa-, Asien-, Nordamerikanische- usw.) Meisterschaften sowie die Weltmeisterschaften statt, bei denen die höchste   Krone für einen IPSC-Schützen errungen werden kann. Es gibt ein internationales Regelwerk der IPSC, das für alle offiziellen, von der IPSC sanktionierten Wettkämpfe Gültigkeit besitzt. Darüber hinaus verfügen jedoch alle Regionen noch über ein eigenes Regelwerk, welches im Einzelfall große Unterschiede zum Internationalen Reglement aufweisen kann.

Beim IPSC-Schießen gibt es im Regelwerk fest definierte Zielscheiben, das heißt, es darf bei einem Wettkampf nicht auf irgendwelche “Phantasiescheiben” geschossen werden, sondern es dürfen nur die im Regelwerk zugelassen Scheiben verwendet werden.   Des weiteren gibt es im internationalen Regelwerk als Stahlziel den “IPSC Popper”, “Plates” und den “IPSC Mini Popper”. Diese Stahlziele klappen bei einem Treffer um und können nach Bedarf andere Scheiben sichtbar werden lassen. Dazu werden spezielle Metallgestelle mit den Stahlscheiben über ein Seil verbunden, die nach dem Umklappen des Stahls eine Papierscheibe kurz sichtbar werden und dann wieder verschwinden oder eine Papierscheibe hin und her schwingen lassen.

Es gibt es zwei Wertungsklassen (Major und Minor) abhängig von der verwendeten Munition und Waffenart. Abhängig davon, in welcher Wertungsklasse der Schütze schießt, erhält er für Treffer in die verschiedenen Wertungszonen der Papierscheibe unterschiedliche Punktewertungen. Hierbei gilt folgendes:

  Major Minor
A-Treffer 5 5
C-Treffer 4 3
D-Treffer 2 1

In den einzelnen Divisions müssen für die Major- bzw. Minor-Wertung folgender Faktor erreicht werden:  

Division Minor Faktor Major Faktor Bemerkung
Open 125 160  
Standard 125 170 Kastenregel
Modified 125 170 Kastenregel
Classic 125 170 Kastenregel
Production 125  
Revolver 125 170  

Der Faktor wird mit folgender Formel ermittelt:

Faktor = Geschossgewicht (Grains) x Mündungsgeschwindigkeit (fps) : 1000

Als Beispiel: Ein Geschoss mit einem Gewicht von 124 Grain und einer Mündungsgeschwindigkeit von 1305 fps hat somit einen Faktor von 161,82 Stahlziele werden mit 5 (IPSC Popper, IPSC Mini Popper und Plates) unabhängig von Major oder Minor gewertet. Grundsätzlich müssen Papierscheiben mit jeweils 2 Treffern beschossen werden.Hier ein Beispiel für die Punktewertung einer Übung: Bei dieser Übung sind 3 Papierscheiben sowie 3 Pepper Popper zu beschießen. Somit hat diese Übung eine maximal zu erreichende Punktzahl von 45. Nun ist aber die benötigte Zeit, um diese Übung zu schießen, der zweite wichtige Faktor bei der Bewertung einer Übung. Bis auf ganz wenige Ausnahmen, auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte, gilt zur Bewertung immer die Formel: erreichte Trefferpunkte / benötigte Zeit Zurück zu unserem Beispiel: Der Schütze schießt mit Major-Wertung insgesamt 3 Stahl, 3 A-Treffer, 2 C-Treffer und 1 D-Treffer. Die Zeit ist 6,50 Sekunden. Daraus ergibt sich folgende Auswertung:   

3 x Stahl = 15 Punkte
3 x A = 15 Punkte
2 x C = 8 Punkte
1 x D = 2 Punkte

 insgesamt 40 Punkte dividiert durch 6,50 Sekunden = 6,1538

Diese Zahl, bezeichnet als Hit-Faktor, bestimmt letztendlich die Reihenfolge aller Schützen bei der Auswertung dieser Übung. Der Schütze mit dem höchsten Hitfaktor gewinnt die Übung und bekommt die maximale zu erreichende Punktzahl von 45. Alle anderen Schützen werden prozentual zum Sieger der Übung ausgewertet. Hier wird deutlich, daß Zeit zwar ein wesentlicher Faktor beim IPSC-Schießen ist, aber nicht unbedingt der entscheidende.

Angenommen der Schütze schießt die Übung in 6,0 Sekunden, hat aber anstatt A-Treffern 2 D-Treffer mehr, ergibt sich ein Hit-Faktor von 5,333, also wesentlich weniger als oben. Schießt unser Schütze die Übung in 7,0 Sekunden mit ausschließlich A-Treffern, liegt der Hit-Faktor bei 6,4285 !! Da ein Fehlschuß (Miss) 10 Strafpunkte zusätzlich zu den nicht erreichten max. 5 Punkten für diesen Schuß bedeutet, ist es leicht auszurechnen, welchen Hit-Faktor man mit einem Miss erreicht.

Weitere Informationen rund um diesen interessanten Sport finden Sie auf der Webseite des deutschen Dachverbandes www.ipsc.de